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Es gab einmal eine Zeit, da versammelten sich Groß und Klein und lauschten gespannt den Erzählungen über Gott, die Welt, über die Riesen und Banditen, über die Schätze und Wunder, dem Sieg des Guten über das Böse.

Die Zeit wurde älter und das Erzählen moderner.

Radio und Fernseher ersetzten den Erzähler und lieferten uns die passenden Bilder zu den Geschichten, welche nun auch Nachrichten, Berichte, Reportagen und Serie hießen. Und wir konsumierten dazu die Bilder, die nicht mehr unsere eigenen waren.

Als dann noch das digitale Zeitalter begann, passten sich auch die Geschichten der neuen Zeitrechnung an: Sie wurden gleicher und seichter. Viele beklagten denn auch daraufhin den unwiderruflichen Niedergang dieser alten Tradition; wähnten sich kurz vor dem Ertrinken im unaufhörlichen Informationsfluss des Internets, hilflos ausgeliefert der allgegenwärtigen Werbung.

Doch die Menschen wehrten sich.

Sie holten wieder ihre Bücher hervor oder surften ganz individuell im Internet auf der Suche nach individuellen Informationen. Sie vertieften sich in Romane und Erzählungen, in spannende, emotionale unterhaltsame Inhalte, schufen sich Foren und erzählten sich aus dem Leben, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Die Meinungsmacher und -verbreiter standen ratlos vor Ihren verschmähten Botschaften und den teuer erstandenen Internetseiten.

Und sie begannen nachzudenken. Sie suchten und fragten sich was die Menschen bewegt und sie schrieben daraufhin neue Geschichten: Zum Lernen. Zum Mitmachen. Zum Teilhaben. Zum Lachen. In Wort und Bild.

Und gaben dem “Alten” einen neuen Namen: Storytelling

 

 

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